PKU bei einem Kurztrip – verantwortungsbewusst und selbstbewusst durch drei schöne Tage

Hallo liebe Phefux-Leser,

ich möchte meinen Wochenend-Ausflug nach Hannover nutzen, um zu zeigen, wie wichtig es ist, dass eure Freunde und Mitmenschen um eure PKU wissen. Und auch wie schön der Rückhalt aus Familie und Freundeskreis ist und dass dieser die Einhaltung der PKU-Diät erleichtert und uns immer wieder anspornt durchzuhalten. Und ich werde zwischendurch auch darauf eingehen, wie wichtig es ist selbstbewusst und offen mit der PKU umzugehen. Dann stehen einem alle Türen offen. 🙂 Viel Spaß mit meinem kleinen Reisebericht.

Wir starten am Freitag: Schnell die wichtigsten Sachen eingepackt, natürlich auch eiweißarme Brötchen und genug Aminosäure, und los ging es mit dem Flixbus nach Hannover. Dies ist eine günstige und komfortable Reisemöglichkeit, denn man kann unterwegs gemütlich essen und auch die Aminosäure-Einnahme kann stressfrei geschehen. Zudem ist es echt günstig. Ich hatte mir vorab ein Sandwich vorbereitet: Ein leckeres eiweißarmes Baguettebrot mit Quinoa-Tomate-Aufstrich von dm BIo und einigen Salatblättern. Das macht satt und schmeckt super! 🙂

Ich kam um die Mittagszeit in Hannover an und trotz aller Vorbereitung knurrte mir der Magen. Super, dass es direkt in der Nähe des Busbahnhofes eine Kaufhof-Filale mit Dinea-Rastaurant gibt. Hier findet man eine große Buffet-Auswahl mit unterschiedlichsten Salaten und warmen, gebratenen Gemüsen. Ein Schlaraffenland für PKUler. 🙂

Danach folgte erstmal ein ausgiebiger Bummel durch die Hannoveraner Innenstadt. Es war schön sich alles anzusehen und den Leuten beim Shoppen zuzuschauen. 🙂 Ich beobachte gerne Menschen. Als es dann auf den Abend zuging musste nochmal eine Stärkung her. In einem kleinen, super netten Café gab es Smoothie-Shakes ohne Milch!! Super cool! Natürlich musste ich dort einen ausprobieren. Ich nahm die Sorte: „Apfel-Rote Beete-Acerola“! Und wow, der war mega lecker! Leider war es etwas zu viel, so dass ich mir die Hälfte in meine Trinkflasche umfüllen lies. So hatte ich am nächsten Tag nochmal einen super Smoothie auf dem Speiseplan. Super praktisch! Das Tolle an dem Smoothie war auch,dass er so gut wie kein Phe enthielt. Ich habe mir die Zutaten sagen lassen und war so auf der sicheren Seite. Scheut euch nicht davor in Restaurants und Cafés nach den Inhaltsstoffen bzw. Zutatenlisten zu fragen. So kann man verantwortungsbewusst wählen, wenn man auswärts essen geht! 🙂 Und es stärkt euer Selbstbewusstsein, weil ihr bei jedem neuen Fragen stolz darauf sein könnt, wie toll ihr euch um eure PKU kümmert – als postiven Nebenaspekt eröffnet sich meist noch ein nettes Gespräch mit den Kellnern. 😀

Bei meinem Bummel in der Stadt bin ich auf meine Brotdose gestoßen, von der ich euch immer freudig berichte. Ich wusste gar nicht, dass man sie noch kaufen kann. 🙂 Also, wer noch eine super Dose mit verschiedenen Aufteilungsfächern gebrauchen kann, wird momentan bei Tedi für 4€ fündig. 🙂

Nach einem schönen geselligen Abend und einer guten Nachtruhe, verbrachte ich den Samstag spazierend im Lindener Viertel mit guten Freunden. Es wurde viel geschwatzt und gelacht und ich konnte die Zeit so richtig genießen. Gerne nutze ich sie Zeit auch, umein paar schöne Fotos zu schießen, z.B. von diesem urigen Graffiti. 🙂 Natürlich wissen meine Freunde, dass ich PKU habe und nicht alles essen kann. Aber ich gehe auch sehr offen damit um. Der Freund, bei dem ich übernachtete, hatte z.B. extra seinen Obst- und Gemüse-Vorrat aufgestockt und natürlich waren auch Säfte für die Einnahme der Aminosäure im Vorratsschrank. Als es zum Frühstück schwarzen Tee gab, wagten wir das Experiment meine (neutrale) Aminosäure mit schwarzem Tee anzuschütteln – und ich muss sagen, das schmeckte mir erstaunlich gut! 🙂 Was ich damit auch sagen möchte: es ist wichtig sich nicht zu verstellen! Die PKU ist Teil meines Lebens, warum sollte ich sie verschweigen? Und so können meine Mitmenschen eher verstehen, wenn ich z.B. in einem Café keinen Kuchen bestelle oder Fallafel leider nicht als Mittagssnack funktioniert. Scheut euch nicht euch den Menschen zu öffnen, die euch wichtig sind!

So kam es selbstverständlich auch dazu, dass es beim Spieleabend Snacks gab, die ich auch verspeisen darf. Wir hatten salzige Chips, Honigmelone und Gummitiere ohne Gelatine. Und bei den Getränken sind wir als PKUler ja eh nicht so extrem eingeschränkt. Ich muss aber auch zugeben, dass ich da sehr pflegeleicht bin und man mich mit Mineralwasser schon glücklich machen kann. 😀

Am Sonntag, dem letzten Tag meines Kurztripps, habe ich mich dann noch mit meinen Freundinnen im Café Extrablatt getroffen. Ich esse super gerne Backkartoffeln im Restaurant, da ich sie gut berechnen kann und das Gericht satt macht und nicht zu fettig ist. Beim Bestellen im Café Extrablatt achte ich darauf dem Kellner mitzuteilen, dass ich den Sauerrahm nicht auf der Kartoffel haben möchte sondern in einer Extra-Schale. So kann ich ein klein wenig Sauerrahm zur Kartoffel essen, aber kann selbst bestimmen, wie viel Phe ich dafür aufwenden möchte. Das ist besser als wenn die Kartoffel im Sauerrahm ertrinkt und  ich mehr Phe essen muss, als ich eingeplant habe. Das ist ein super Trick, den ihr vielleicht auch bei manchen Bestellungen anwenden könnt.

Als kleines „Dessert“ gab es bei meinen Freundinnen verschiedenen Kaffe-Spezialitäten, wie Latte Macchiato, Milchkaffee und Roibusch-Latte. Ich genehmigte mir einen Espresso Macchiato – so hatte ich auch ein wenig Koffein, um für die Rückreise wieder etwas fitter zu werden, aber auch nur ganz wenig Milchschaum und dadurch eine überschaubare Phe-Menge. 🙂 Und trotzdem konnte ich mit meinen Freundinne anstoßen.

Ihr seht, selbst ein spontaner Kurztripp mit PKU ist machbar! Lasst euch durch nichts aufhalten, denn wenn ihr selbstbewusst und vor allem verantwortungsbewusst durch euer PKU-Leben geht bestimmt nur ihr selbt eure Grenzen! 🙂

Ich wünsche euch eine wunderwolle Woche!

Euer Phefux

 

 

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